Milben bei Bartagamen

Unter Reptilienhaltern sind Milben ein altbekanntes Übel. Es gibt über 200 verschiedene Milben- und Zeckenarten, die unseren kleinen Drachen das Leben schwer machen können. Allerdings gibt es nur rund 4 unterschiedliche Milbenarten, die bei Bartagamen gehäuft auftreten. Trotzdem ist die Behandlung langwierig und die kleinen Biester können zum echten Problem werden.

So schwächen sie den Körper, indem sie ihm Blut entziehen. Außerdem können sich die Einstiche entzünden. Meist ist dies kein allzu großes Problem, aber in Ausnahmefällen kann es zu bakteriellen Infektionen Abszessen, einer Sepsis oder sogar einem septischen Schock kommen. Auch Häutungsprobleme und die Übertragung von Infektionen ist im Rahmen des Möglichen.

Alles Wichtige auf einen Blick:
  • Symptome: Die befallenen Bartagamen sind unruhig, kratzen und scheuern sich oft. Zudem treten manchmal auch Futterverweigerung, Müdigkeit oder Bewegungsunlust auf.
  • Komplikationen: Hautentzündungen, bakterielle Infektionen, Abszesse, Häutungsprobleme, Sepsis oder sogar ein septischer Schock.
  • Therapie: Anti-Milben-Sprays, Milbenstrips & Terrarien-Sanierung
  • Vorsorge: Einsatz von Raubmilben, Senkung der Luftfeuchtigkeit, Verbesserung der Durchlüftung & konsequentere Hygienemaßnahmen
  • Tipps: Infizierte Bissstellen müssen gründlich desinfiziert werden. Zudem ist die Anwendung eines Wundschutz-Gels ratsam. Es sorgt für einen Schutzfilm und schützt die Wunde vor weiteren Keimen.

Wie man einen Millbenbefall bei Bartagamen erkennt:

Zwar sind die Biester wirklich winzig, aber man kann sie noch mit dem bloßen Auge erspähen. Man muss allerdings aufpassen, dass man sie nicht mit dem Bodensubstrat verwechselt. Wer aber genau hinsieht, wird den Unterschied schnell bemerken. Die Schädlinge bewegen sich nämlich. Außerdem passt die Färbung nicht zum Bodengrund. Die Milben sind meist rötlich, grau oder dunkel gefärbt.

Oft entdeckt man sie am Maulwinkel, dem Trommelfell, dem Nacken oder auch der Kloake. Bei manchen Tieren verstecken sie sich auch in den Gelenkbeugen oder am Bart. Manch ein Halter ist so unachtsam, dass er sie erst nach dem Bad auf der Wasseroberfläche entdeckt. Das liegt oft daran, dass das Verhalten der Bartagamen nicht ausreichend auf Atypisches beobachtet wird.

Für Milben bei Bartagamen sprechen diese Symptome:

  • Das Tier kratzt sich ständig auffällig. Oft wird sich aber auch ausgiebig an Gegenständen im Terrarium gesonnt.
  • Oft ist das Verhalten von einer inneren Unruhe geprägt und es wird sich kaum gesonnt. Ständig rennt das Tier im Terrarium umher.
  • Um die Schmerzen etwas zu stillen, verbringen befallene Bartagamen oft viel Zeit mit dem Baden.
  • Manchmal sind die kleinen Drachen regelrecht apathisch. Sie verweigern die Nahrung, sind müde und bewegen sich kaum.
Häufig kommt es zu einem Milbenbefall im Terrarium aufgrund mangelnder Hygiene oder schlechter Durchlüftung. Aber auch eine Überbesiedlung kann Teil des Problems sein. Man sollte die Problematik mit den Milben nicht unterschätzen und zügig handeln. Diese suchen nämlich auch außerhalb des Terrariums nach geeigneten Wirten. Menschen können da durchaus in Betracht gezogen werden.

Wie man Milben bei Bartagamen bekämpft:

Um die Milben optimal behandeln zu können, muss man erst mal wissen, um welche Art es sich überhaupt handelt. Grundsätzlich gilt hierbei, dass man ohne Rücksprache mit einem Veterinär keinerlei Insektizide einsetzen sollte. Zum Glück sind diese auch nicht immer notwendig.

Terrarien-Sanierung bei Samtmilben (Trombidiidae):

Zur Behandlung von Samt- und Substratmilben reicht es meist schon aus das Terrarium komplett zu reinigen. Dabei darf man natürlich nicht die notwendige Sterilisation der Einrichtung vergessen. Wir empfehlen dabei die komplette Deko in den Backofen zu geben. Alternativ kann diese auch mit über 60 °C heißem Wasser abspülen.

Wovon wir abraten können, sind die kompakten Hand-Dampfreiniger. Zwar kommt aus ihnen ein bis zu 150 °C heißer Wasserdampf geschossen, aber in Spalten und Nischen lebende Schädlinge werden damit oft nicht erreicht. Wir sind also kein Fan der sogenannten Dampfente. Des Weiteren darf man bei der Terrarien-Sanierung den Austausch des Bodengrunds nicht vergessen.

Nach der Terrarien-Sanierung sollte man das Becken gut im Blick haben. Hat man nämlich nicht akkurat bei der Desinfektion gearbeitet, kommen die weißen Milben im Nu wieder. Dann sollte man noch einmal von vorne anfangen. Zum Glück können die Tiere direkt nach der Sanierung wieder in ihr Becken. Daher ist eine zweite Runde kein Problem.

Zur Behandlung des Terrariums setzen wir zusätzlich noch auf das Animedica-Flee-Silikonspray. Warum? Weil es gänzlich frei von Insektiziden und Pestiziden ist. Es wirkt nämlich rein physikalisch über eine Kombination aus Silikonen. Aufgrund dessen können auch keine Resistenzen bei den Schädlingen entstehen. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Spray gemacht.

Insektizide & Strips bei Blutmilben (Ophionyssus):

Oftmals kommt es nach dem Kauf neuer Bewohner oder Einrichtung zu einem Befall von Blutmilben. Bei unseren geliebten Bartagamen sind diese meist rot. Allerdings kann man sich im Zoofachhandel auch schwarze Blutmilben einschleppen. Diese bevorzugen zwar Schlangen, aber befallen bei fehlender Auswahl auch Echsen. Sie mögen besonders feuchte und warme Terrarien.

Bei einer Luftfeuchtigkeit im Inneren von 80 bis 90 % und Temperaturen zwischen 25 und 30 °C vermehren sie sich rasend schnell. Daher sind korrekte klimatische Bedingungen im Terrarium so überaus wichtig. Zudem sind Blutmilben eine echte Gefahr. Sie schwächen die Bartagamen und rufen oft Hautirritationen hervor. Es kann sogar zu einer Blutarmut kommen.

Effektive Bekämpfung der Blutmilben bei Bartagamen:

Zur Bekämpfung setzen viele Halter auf Raubmilben. Diese ernähren sich nämlich von Blutmilben. Allerdings ist diese Vorgehensweise nicht zur akuten Behandlung geeignet. Man setzt Raubmilben eher präventiv ein. Meist dämmen sie den Blutmilbenbefall bei Bartagamen stark ein. Dabei werden sie aber nicht Herr der Lage.

Früher hat man bei einem Befall sofort Milbenstrips gekauft und im Terrarium eingesetzt. Allerdings gibt es heutzutage bessere Möglichkeiten. Schließlich besteht bei einer falschen Anwendung Vergiftungsgefahr. Man darf die Strips niemals in der Nähe von Trink- oder Badebecken platzieren. Der Wirkstoff kann nämlich ins Wasser gelangen und dort von den Bartagamen aufgenommen werden.

Leider gilt dies auch für das beliebte Frontline® Spray. Der darin enthaltene Wirkstoff Fipronil kann zu Vergiftungen bei den Tieren führen. Daher darf er nicht ins Trinkwasser oder in der Nähe der Schleimhäute gelangen. Daher sind zu Beginn der Bekämpfung Sprays mit dem Wirkstoff Geraniol zu empfehlen. Diese können auf das Tier gesprüht oder mit der Hand aufgetragen werden. Sie sind für Mensch und Tier vollkommen ungefährlich.

Wer sich etwas unsicher mit der Anwendung sowie dem Einsatz von Anti-Milben-Mitteln ist, kann einen Tierarzt zur Beratung aufsuchen. Dies ist grundsätzlich immer zu empfehlen. Ein selbstständiges Verabreichen von Mitteln kann nämlich durchaus zu Schäden an den geliebten Reptilien führen.

Gut zu wissen:
Auch bei einem Befall mit Blutmilben muss das Terrarium gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Zusätzlich sollte man auch hier auf das Animedica-Flee-Silikonspray zurückgreifen. Es kann großflächig im Terrarium angewendet werden. Des Weiteren sollte man die klimatischen Bedingungen im Terrarium kontrollieren und gegebenenfalls nachbessern.