Auch bei der besten Haltung kann es vorkommen und die Bartagame erkrankt an Durchfall. Häufig ist die Behandlung für Einsteiger recht schwierig. Schließlich findet man noch immer wenige Behandlungstipps im Netz und auch in der gängigen Fachliteratur. Genau hier wollen wir Abhilfe schaffen.

Achtung, aufgepasst:
Dauert der Durchfall bereits mehrere Tage an oder kommt es gar zu Blut und Schleim im Stuhl, muss sofort ein Tierarzt kontaktiert werden.

Symptome:

Meist leiden die Tiere an einem breiigen, schleimigen und teils sehr wässrigen Kot. Zudem häuft sich die Kotabgabe stark. In seltenen Fällen verändert sich die Farbe durch Blut oder eitrige Beimischungen.

Komplikationen:

Wie bei Menschen und anderen Reptilien auch führt der Durchfall zu einem starken Wasserverlust. Im Fachjargon bezeichnet man diesen Effekt als Dehydratation. Weiterhin werden auch die Nieren aufgrund des Flüssigkeitsmangels stark beansprucht.

Zudem können bei länger andauernden Durchfallerkrankungen Mangelerscheinungen entstehen. Schließlich fehlt es dem Organismus bald an Mineralstoffen und Vitaminen. Auch Darmblutungen und Abszesse können sich bilden.

Ursachen des Durchfalls bei Bartagamen:

Diese Bartagamen-Krankheit kann viele Auslöser haben. Sehr oft liegt es an diesen Dingen:

  • Akuter Stress
  • Umstellung der Ernährung
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Überfütterung
  • Ungeeignetes Futter
  • Verdorbenes Futter
  • Darmparasiten
  • Infektiöse Gastroenteritis
  • Giftstoffe & Chemikalien
In sehr seltenen Fällen handelt es sich bei Durchfall um eine Begleiterscheinung von bestimmten Erkrankungen: Mangelernährung, Lebererkrankungen, Pankreatitis, Neoplasie oder Diabetes.

Maßnahmen bei Bartagamen-Durchfall:

Wer eine Gruppe an Bartagamen hält, sollte die kranken Tiere natürlich von den gesunden mithilfe eines Quarantäneterrariums trennen. Dies stellt noch immer den ersten Schritt bei Erkrankungen aller Art dar.

Zudem sollte man während der Behandlung verstärkt auf die Hygiene und Desinfektion aller Gerätschaften und des Terrariums achten. Gerade Einweghandschuhe sind hierbei Gold wert. Zudem sollte das Wasser mehrmals täglich gewechselt und die Ausscheidungen zügig entfernt werden.

Behandlung des Durchfalls:

Die erste Behandlungsmöglichkeit stellt wohl immer noch der Futterentzug für etwa 2 Tage dar. Dabei sollte man aber keinesfalls vergessen den erkrankten Tieren genügend Wasser anzubieten.

Darin sollten nach Möglichkeit Darmsymbionten in Pulverform beigemischt sein. Sie helfen bei der Regulierung der Darmflora. Empfehlenswert sind hierbei Bierhefe oder auch das Präparat Bene-Bac Bird. Wer möchte, kann diese Mittel nach dem Futterentzug auch in die verabreichte Nahrung untermengen.

Geheimtipp bei medikamentös bedingten Durchfall:

Liegt der Durchfall in überdosierten oder ungeeigneten Medikamenten begründet, sollte man eine Aktivkohle-Suspension oral per Einwegspritze verabreichen. Die im Wasser aufgelöste Aktivkohle wird in einer Dosierung von 0,5 – 1 g pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht.

Der Vorgang wird in regelmäßigen Abständen durchgeführt, wobei der Aktivkohleanteil immer geringer wird. Während der Prozedur sollte man darauf achten, dass das Tier genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Als Alternative zur Aktivkohle bietet sich Heilerde an. Diese kann man in vielen Reformhäusern und Drogeriemärkten günstig erwerben.

Chronische Durchfälle:
Wenn der Durchfall chronisch geworden ist, sollte man spätestens jetzt einen reptilienkundigen Arzt aufsuchen. Außerdem sollte man eine gute Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr sicherstellen. Eine Zugabe von Präparaten mit Vitamin A, D, E und B schadet natürlich auch nicht.

Wie kann man dieser Erkrankung vorbeugen?

Durchfall bei Bartagamen kann in vielen Fällen durch präventive Maßnahmen verhindert werden. So sollte Obst und sehr süßes Gemüse nur in geringen Mengen als Futter eingesetzt werden.

Zu hohe Mengen an Zucker im Futter sorgen nämlich nur zu starken Gärungsprozessen und damit verbundenen Störungen der Verdauung. Gerade bei Blättern und Pflanzentrieben sollte man auch aufpassen.

Sie sind häufig sehr saftreich und enthalten größere Mengen an Zucker. Daher sollte man beim Füttern aufpassen, was und wie viel man verabreicht. Ansonsten droht ein breiiger Kot bei den Bartagamen.

Pflanzenfutter und Fertigfutter dürfen nicht im feuchten Zustand verfüttert werden. Außerdem sollte man nicht gefressene Reste zügig entsorgen. Wer hier nicht schnell reagiert, riskiert Gärungsprozesse, Fäulnis und Schimmelbildung beim Futter im Terrarium.

Zudem sollte man nicht nur bei Pflanzen- und Fertigfutter höchste Vorsicht walten lassen. Auch bei roten Futtertiere kann es schnell zu Problemen kommen. Diese können schon nach kurzer Zeit für giftige Gährungs- und Zerfallsprozesse im Darm sorgen. Vorsicht ist hier also geboten.

Gut zu wissen:
Eine artgerechte Fütterung schützt vor ernährungsbedingten Durchfall. Zudem hilft sie auch dabei die Belastung an Parasiten im Darm möglichst gering zu halten.

Weiterhin sollte man in regelmäßigen Abständen eine Kotuntersuchung durchführen. So kann man Parasiten frühzeitig erkennen und schnell behandeln. Außerdem kosten solche Sets nur wenige Euros. Das Geld ist also bestens angelegt.