Bartagamen haben von Haus auf eine robuste Gesundheit. Daher werden sie nur selten krank. Wirklich große Sorgen vor Krankheiten braucht man sich also nicht zu machen. Wenn man zudem die klassischen Haltungsfehler wie ein falsches Klima im Terrarium oder eine falsche Ernährung vermeidet, bleiben die kleinen Drachen in der Regel gesund. Trotzdem kann es einmal vorkommen, dass sie eine Krankheit ausbrüten.

Aufgrund dessen haben wir uns dazu entschlossen diesen Ratgeber zu schreiben. Er soll dir dabei helfen Symptome und mögliche Ursachen zu erkennen. Außerdem kannst du nach dem Lesen kleinere Wehwehchen ohne Tierarzt behandeln. Nichtsdestotrotz solltest du im Zweifel einen fachkundigen Reptiliendoc aufsuchen. Sicher ist sicher.

Wie erkenne ich eine kranke Bartagame?

Erste Hilfe

Erste Anzeichen sind meist ein verminderter Appetit oder eine Veränderung der Aktivität, Motorik oder des Erscheinungsbilds der Drachen. Häufig legen sich kranke Bartagamen flach auf dem Boden oder verkriechen sich im letzten Eck des Terrariums.

Dies kann aber auch ein Anzeichen für eine baldige Winterruhe sein. Ist dem aber nicht so, sollte man handeln. Am besten sucht man einen Tierarzt auf. Schließlich verbergen Tiere ihren schwächelnden Gesundheitszustand oft lange. Meist um potenzielle Fressfeinde nicht anzulocken.

Kommt auch nur der kleinste Zweifel bezüglich der Gesundheit deiner Terrarientiere auf, solltest du deren Verhalten gründlich beobachten und schauen, ob es Anzeichen für Bartagamen Krankheiten gibt. Nur so wird es dir möglich sein rechtzeitig einzuschreiten und eine erfolgreiche Behandlung sicherzustellen.

Bei diesen Symptomen solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen:

  • Aufgeblähter Bauch
  • Eingefallene Augen
  • Futterverweigerung
  • instabiler Kiefer
  • Zittern
  • Koordinationsprobleme
  • offenes Maul mit pfeifendem Atem
  • Dunkelfärbung der Haut
  • Dicke Lippen (Gelber Zahnbelag)
  • abgemagerter Zustand
  • stark stinkender Kot
  • Bewegliche Pünktchen auf dem Körper (Milben)
  • Gekrümmte Wirbelsäule
Missbildungen:
Oft führen Inzucht, Vergiftung, Vitaminmangel, Unterernährung und sogar Passivrauchen zu Missbildungen bei Bartagamen. Solange es sich hier um leichte Behinderungen handelt, die den Drachen zudem nicht behindern, kann man von einem Schönheitsfehler sprechen. Ansonsten ist eine Euthanasie unerlässlich.

Abszesse:

Diese Erkrankung bei Bartagamen lässt sich auch von Laien schnell anhand der Symptome identifizieren. So befinden sich bei betroffenen Tieren feste Beulen unter der Haut. Gefüllt sind diese mit Eiter.

Häufig findet man Abszesse bei Bartagamen im Bereich des Hemipenis oder an der Unterseite der Schwanzbasis. Bemerkbar machen sich Abszesse bei Bartagamen sehr oft durch seine eitrige Entzündung mit einer deutlichen Schwellung.

Behandlung:

Hier sollte man nicht selbst Hand anlegen. Viel eher sollte man sich an einen fachkundigen Reptilienarzt wenden. Dieser öffnet den Abszess und behandelt diesen dann.

Ursachen:

Der Hauptgrund für das Entstehen von Abszessen sind Hohlräume, die durch Einschmelzung von Gewebe entstehen.

Bissverletzungen:

Häufig kommt es im Rahmen von Revierkämpfen zu Verletzungen. Sogar die Schwanzspitze kann hier durch einen Kontrahenten abgebissen werden. Meist kommt es zu tiefen Fleischwunde oder großen Hautverletzungen.

Maßnahmen:

Zuerst sollte man die Wunden gründlich desinfizieren. Hierfür bieten sich Salbei-Tinktur oder Calendulaessenz an. Handelt es sich allerdings, um größere Verletzungen wie den Verlust von Körperteilen ist ein Besuch beim Tierarzt gegebenenfalls anzuraten. Weiterhin sollte man das Tier von der Gruppe separieren und in ein Quarantäneterrarium setzen.

Möglich Ursachen:

In der Regel entstehen Bissverletzungen durch Fehler in der Gruppenstruktur. Bei Weibchen kann diese Bartagamen Krankheit durch einen missglückten Paarungsversuch entstehen. Diese Art von Bissverletzung erkennt man daran, dass sie im Bereich des Nackens auftritt.

Häufig sind aber auch die nachtaktiven Heimchen Schuld. Sie haben die Bartagamen wortwörtlich angefressen. Für die Zukunft gilt, einfach weniger von ihnen verfüttern. Schon ist das Problem behoben.

Darm- oder Hemipenisvorfall:

Diese Krankheit macht sich bei Bartagamen durch eine Ausstülpung im Bereich der Kloake bemerkbar. Unter dem Wort Kloake versteht man die Öffnung für Ausscheidungen. Genutzt wird diese zum Beispiel zum Eierlegen oder zur Aufnahme und Abgabe von Spermien.

Behandlung:

Hat man den Verdacht, dass der Saurier an einem Darm- oder Hemipenisvorfall leidet, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Der verletzte Bereich sollte zum Schutz gegen weiteres Austrocknen mit sterilen und feuchten Mullbinden umwickelt werden.

Mögliche Ursachen:

Ein Darmvorfall kann durch Parasiten, Dehydrierung oder auch einen Kotstau ausgelöst werden. Für den Hemipenisvofall sind häufig Entzündungen verantwortlich. Diese entstehen oft bei der Paarung.

Durchfall:

Eine der häufigsten Krankheiten bei Bartagamen ist Durchfall. Man erkennt diesen an einem wässrigen oder sehr dünnflüssigen Kot. Manchmal ist dieser auch breiig oder schleimig. Bei Farbveränderung oder blutigen und eitrigen Beimengungen sollten die Alarmglocken schrillen.

Behandlung:

Hier muss man nicht gleich einen Tierarzt aufsuchen. Sollte der Durchfall sich aber bereits über mehrere Tage ziehen, ist das Aufsuchen sicherlich keine falsche Entscheidung. Was man aber auf jeden Fall sofort veranlassen sollte, ist das Trennen des Tieres von der restlichen Gruppe.

Im Bereich der Eigenmedikation empfiehlt sich eine Aktivkohle-Suspension (in Wasser aufgelöste Aktivkohle), die oral per Einwegspritze verabreicht wird. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Vorgang regelmäßig wiederholt wird und der Anteil an Kohle dabei stetig verringert wird.

Achtung aufgepasst:
Die Hände sollten immer gründlich gesäubert und desinfiziert werden. So beugt man einer eventuellen Übertragung der Keime vor. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann Einweghandschuhe anziehen.

Ursachen:

Wie bei Menschen auch ist hier oft eine Darmentzündung schuld an den Beschwerden. Aber auch eine Nahrungsumstellung, ein Parasitenbefall sowie die Nebenwirkung von Medikamenten können die Verursacher dieses Dilemmas sein.

In seltenen Fällen handelt es sich auch um Begleitsymptome bestimmter Erkrankungen oder um die Nachwirkungen der Aufnahme von Giftstoffen wie z. B. Pflanzen- und Tiergifte. Manchmal sind auch Chemikalien der Grund des Übels.

Erbrechen:

Neben Durchfall ist auch Erbrechen bei Bartagamen eine häufige Erkrankung. Meist wird unverdautes Futter sowie Schleim oder im schlimmsten Fall auch Blut erbrochen.

Behandlung:

Hier sollte man nicht selbst herumdoktern, sondern einen Tierarzt kontaktieren. Dieser ergreift, dann alle notwendigen Schritte bis die Bartagame wieder genesen ist.

Ursachen:

Es gibt viele Gründe, warum eine Bartagame unter ständigem Erbrechen leidet. Häufig ist ein Endoparasitenbefall Schuld an der Misere. Aber auch Stress, Gastritis oder ein Magengeschwür können die Ursachen sein.

In seltenen Fällen handelt es sich auch um Nebenwirkungen von Medikamenten. Oft wird beim Fressen ein Fremdkörper (Steinchen, Einstreu) aufgenommen, der im Darm stecken bleibt und dann für einen Darmverschluss sorgt.

Endoparasiten:

Bis zu 85 % der in Terrarien gehaltenen Bartagamen sollen laut diversen Studien unter Endoparasiten leiden. Gerade Jungtiere sind besonders anfällig für schwere Symptome. Daher sollte man einen genauen Blick darauf haben, ob die eigenen Drachen unter Abmagerung, Durchfall oder im Kot befindlicher Eier leiden.

Behandlung:

Um den Verdacht auf Endoparasiten bei Bartagamen prüfen zu können, sollte man eine Kotuntersuchung durchführen. Dafür kann man sich passende Sets kaufen und diese bei Bedarf benutzen. Man bekommt sie schon für relativ kleines Geld. Wer möchte, kann aber auch einen Tierarzt aufsuchen.

Ist eine Bartagame an Endoparasiten erkrankt, sollte sie vom Rest der Gruppe separiert werden. So schließt man die Übertragung der Erreger von einem auf das andere Tier aus. Weiterhin sollte man die Hygienemaßnahmen verstärken. Alle Einrichtungsgegenstände sollten regelmäßig desinfiziert werden.

Achtung aufgepasst:
Hygiene ist hier das Wichtigste. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sein Terrarium mit dem Dampfreiniger behandeln. Zudem sollte man bei der Trennung der Tiere darauf achten, dass man weder Einrichtungsgegenstände noch andere kontaminierte Dinge zwischen den Terrarien hin und her tauscht.

Ursachen:

Diese Bartagamen Krankheit kann diverse Ursachen haben. Meist sind Saug-, Band-, Maden- oder Fadenwürmer Schuld an der Misere. Aber auch Pfriemenschwänze können Teil des Problems sein.

Ektoparasiten (Milben):

Nicht nur Reptilienhalter haben ein Problem mit Milben. Auch viele andere Tierbesitzer müssen sich mit den Ektoparasiten herumschlagen. Möchte man seine Bartagamen auf Milben untersuchen, sollte man die Haut auf rote oder weiße Punkte untersuchen.

Dabei sollte man einen großen Fokus auf den Bereich zwischen den Schuppen sowie die Areale am Maul, den Extremitäten und der Kloake richten. Oft erkennt man schon beim bloßen Hinsehen dunkle Punkte. Diese deuten ebenfalls auf einen Befall mit Milben hin.

Manchmal ist schon das Verhalten der kleinen Saurier auffällig. So kratzen sie sich mithilfe von Einrichtungsgegenständen oder baden auffällig viel und lange. Oft werden diese beiden Verhaltensweisen als Hinweise auf Außenparasiten gesehen.

Behandlung:

Das Terrarium sollte mit einem für Bartagamen ungiftigen Insektizid besprüht werden. Zusätzlich sollte man alle Einrichtungsgegenstände gründlich reinigen und desinfizieren. Verschwindet der Befall nicht von allein, sollte man zügig einen Tierarzt aufsuchen. Milben können nämlich auch auf Menschen überspringen und das sollte man vermeiden. Gerade, wenn sich Kinder im Haushalt befinden.

Ursachen:

Häufig holt man sich Milben durch neu gekaufte Tiere. Bartagamen, die auch in den Genuss der Freilandhaltung kommen, leiden häufig an Milben. Gerade der Kontakt mit Geflügel wie Hühnern oder Enten sollte dabei strengstens vermieden werden.

Achtung aufgepasst:
Nicht nur Milben können ein Problem darstellen. Gerade die Freilandhaltung sorgt nicht selten für einen Zeckenbefall. Diese müssen gründlichst mit einer Zeckenzange oder von einem Tierarzt entfernt werden. Der kleinste noch in der Bissstelle befindliche Rest kann für eine starke Entzündung sorgen.

Gicht:

Viele wissen es gar nicht, dabei ist Gicht eine weitverbreitete Krankheit bei Bartagamen. Diese Stoffwechselerkrankung sorgt dafür, dass sich harnsaure Salze in den Gelenken, den Nieren und sogar den Eingeweiden ablagern.

Hat man Verdacht, dass ein Tier an dieser Erkrankung leidet, macht sich dies durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Häufig leiden die Bartagamen unter Lahmheitserscheinungen. Zudem sind sie teilnahmslos und fressen wenig. Ein deutlicher Hinweis auf Gicht bei Bartagamen sind knotige Auftreibungen in den Gelenken.

Behandlung:

Möchte man prüfen, ob Gicht vorliegt, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Dieser führt dann eine Harnsäureuntersuchung durch. Sie gibt Aufschluss darüber, ob es sich um Gicht handelt und inwieweit sie sich behandeln lässt.

Ursachen:

Aller Voraussicht nach entsteht Gicht bei Reptilien durch einen Wassermangel. Auch eine ballaststoffarme Ernährung in Kombination mit zu viel Eiweiß soll zur Gicht führen.

Hautmykosen:

Die Diagnose ist hier selbst für Laien einfach zu stellen. Man erkennt Hautmykosen an den Hautrötungen oder borkigen Verdickungen. Auch nässende Wunden sind stets verdächtig.

Behandlung:

Es ist ratsam bei dieser Art von Bartagamen Krankheit einen fachkundigen Tierarzt aufzusuchen. Schließlich ist die Behandlung langwierig. Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte das betroffene Tier von der Gruppe isolieren und die Stellen mit antimykotischer Salbe einreiben. Zudem sollte man das Terrarium auf klassische Haltungsfehler hin überprüfen.

Ursachen:

Hautmykosen bei Bartagamen werden fast immer durch Haltungsfehler begünstigt. Oft ist die Temperatur zu niedrig, die Belüftung schlecht oder die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu hoch.

Häutungsschwierigkeiten:

Diese Bartagamen Krankheit erkennt man anhand der Häutungsreste, die sich häufig im Bereich der Zehen und Schwanzspitze festsetzen. Wenn hier nicht schnell reagiert wird, kann es zu einem Eintrocknen und Absterben dieser Areale kommen. Man sollte also schnell reagieren, um eine baldige Nekrose der Partien zu verhindern.

Behandlung:

Sehr erfolgreich lassen sich Häutungsschwierigkeiten bei Bartagamen durch Baden in lauwarmen Wasser behandeln. So können die Häutungsreste aufgeweicht und schließlich mit äußerster Vorsicht entfernt werden. Eine Pinzette kann sich hierbei als sehr wirkungsvoll erweisen.

Leidet das Tier häufig unter diesen Beschwerden, sollte man einen Tierarzt aufsuchen, um andere Erkrankungen ausschließen zu können.

Ursachen:

Häutungsschwierigkeiten liegen oft an einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit oder Temperatur im Terrarium. Manchmal fehlen auch Einrichtungsgegenstände an denen sich die Bartagame reiben kann. Auch ein Mangeln an Vitamin A kann der Verursacher dieses Problems sein.

Hängende Augenlider:

Leiden Bartagamen unter dieser Krankheit hängt meistens das untere Augenlid etwas herunter. Als Ursache kann zum Beispiel ein Vitaminmangel in Betracht gezogen werden.

Genauere Ursachenforschung ist aber schwierig. Gleiches gilt für die Behandlung. Hier sollte man nicht selber herumdoktern, sondern einen Tierarzt aufsuchen. Häufig entzünden sich nämlich die Augen und damit ist nicht zu spaßen.

Knochebrüche:

Zum Glück kommt dies bei Bartagamen nicht so häufig vor. Knochenbrüche erkennt man an angeschwollenen oder verdrehten Gliedmaßen. Oft werden diese zusätzlich noch hinterhergezogen, der Saurier humpelt sozusagen.

Maßnahmen:

Wer es sich selbst zutraut, kann die Verletzung mithilfe von Hölzchen selber schienen. Um die Stäbchen zu befestigen, kann man ein handelsübliches Pflaster benutzen. Dies sollte man aber wirklich nur im Ausnahmefall und bei einer Nichtverschiebung der Knochenfragmente machen.

Ansonsten sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Hier stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Heilung deutlich besser.

Mögliche Ursachen:

Als Ursache kann man hier einen Fall aus großer Höhe oder ein Einklemmen der gebrochenen Stelle in der Tür oder Scheibe in Betracht ziehen. Manchmal entstehen diese Verletzungen auch bei brutalen Revierkämpfen.

Legenot:

Legenot bei Bartagamen

Leider lässt sich diese Krankheit bei Bartagamen nicht so gut erkennen. Man braucht etwas Fingerspitzengefühl. Ein gutes Anzeichen ist ein weit überschrittener Eiablagetermin beim Weibchen. Zudem verkriechen sich die Tiere oft in kühleren Bereichen des Terrariums.

Manch ein Bartagamen-Weibchen sucht erst lange nach einen Ablegeplatz für die Eier und beginnt sogar schon mit dem Buddeln, legt dann aber doch keine Eier ab. Ganz im Gegenteil. Das Tier benimmt sich plötzlich völlig normal.

Behandlung:

Hat man den Verdacht, dass eine Bartagame an Legenot leidet, sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen. Ansonsten könnten die Eier resorbiert werden. Zudem ist eine OP meist unumgänglich zur Rettung des trächtigen Weibchens.

Ursachen:

Häufig tritt Legenot durch einen Mangel an Kalzium oder Vitaminen auf. Hier kann man präparativ tätigen werden, indem man regelmäßig Vitamine verabreicht. Diese helfen auch gegen Erschöpfung und damit verbundenes verwerfen der Eier.

Ebenfalls sinnvoll kann es sein, geeignete Eiablageplätze im Terrarium anzulegen. Ob dies nötig ist, erkennt man recht einfach. Sollten die Eier wahllos im Terrarium verteilt worden sein, fehlt es fast immer an einer geeigneten Stelle.

Lungenentzündung:

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Jeder Halter hofft natürlich, dass seine Lieblinge nie an einer Lungenentzündung laborieren müssen. Trotzdem kommt es recht häufig zu dieser Bartagamen Krankheit. Ob ein Tier an einer Atemwegskrankheit leidet, kann man sehr gut erkennen.

Die betroffenen Bartagamen röcheln nach Luft. Zudem bildet sich häufig Schaum an den Nasenlöchern und das Maul wird ruckartig zum Luft schnappen geöffnet. Oft fressen die Tiere gar nicht mehr und leiden an Apathie (Teilnahmslosigkeit).

Behandlung:

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Zudem ist die Inhalation mit ätherischen Ölen eine gute Möglichkeit, um der Bartagame bei der Genesung zu helfen. Wer präventiv tätig werden möchte, sollte regelmäßig Vitamine verabreichen.

Außerdem sollte man die Luftfeuchtigkeit im Terrarium überprüfen und gegebenenfalls senken. Auch eine Überprüfung der Temperatur ist anzuraten. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man das Terrarium gleich von Staub befreien und schauen, ob Zugluft ein Problem darstellen könnte.

Ursachen:

Meist handelt es sich hier um einen der klassischen Haltungsfehler. So ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, die Temperatur zu niedrig oder der Untergrund zu staubig. Auch Zugluft kann ein Problem darstellen und das Ausbrechen einer Lungenentzündung begünstigen.

Muskelzittern:

Zittern bei Bartagamen erkennt man schnell. Die Tiere sind wenig aktiv und der ganze Körper zittert. Besonders gut erkennt man dieses Symptom beim Beobachten der Zehen.

Behandlung:

Die Bartagame sollte am besten von der restlichen Gruppe getrennt werden und dann einem Tierarzt zur Begutachtung vorbeigebracht werden. Dieser leitet dann alle benötigten Schritte ein.

Ursachen:

In der Regel liegt hier ein Mangel an Kalzium oder Vitamin B oder D vor. Als präventive Maßnahme kann man den Bartagamen regelmäßig Vitaminpräparate verabreichen. Diese beugen auch vor Krankheiten wie Rachitis oder Osteomalazie vor.

Nekrose (Absterbendes Gewebe)

Meist macht sich diese Erkrankung bei Bartagamen durch das Eintrocknen und Absterben von Zehen oder dem Schwanzende bemerkbar. Oft beginnt alles mit einer eingeschränkten Kletterlust und endet in dunklen Zehen und Schwanzspitzen. Aufgrund der Durchblutungsstörungen können diese schließlich absterben.

Behandlung:

Oft hilft es die kleinen Saurier warm zu baden, um so Häutungsreste aufzuweichen und dann entfernen zu können. Danach sollte das Blut wieder ungehindert durch die Adern fließen können.

Im fortgeschrittenen Studium hilft häufig nur noch die Amputation des Schwanendes oder der Zehen. Gerade bei Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder einer Pilzinfektion wie Mykose ist dies häufig der Fall.

Mögliche Ursachen:

Der Klassiker sind Häutungsprobleme oder Verletzungen, die zu Nekrose bei Bartagamen führen. Aber auch Stoffwechselerkrankungen führen häufig zu diesen Beschwerden. Das Gleiche gilt für die Pilzerkrankung Mykose.

Rachitis / Osteomalazie:

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Stoffwechsels. Bei betroffenen Tiere bleibt die Mineralisierung des Knochengewebes aus. Tritt dies bei Jungtieren auf, nennt sich diese Krankheit Rachitis. Osteomalazie hingegen ist die Bezeichnung dieser Krankheit bei erwachsenen Bartagamen.

Symptome & Ursachen:

Diese Krankheit und deren Entstehung soll durch Vitamin-D-Mangel begünstigt werden. Die erkrankten Bartagamen leiden unter Zwergwuchs, geringer Härte des Schädelknochens und abnorm gewachsenen Extremitäten. Zudem ist Wirbelsäule und der Kiefer häufig völlig deformiert.

Maßnahmen:

Sind bereits erste Fehlbildungen aufgetreten, kann man diese nicht mehr ungeschehen machen. Allerdings kann der Krankheitsprozess durch die Gabe von Vitamin D und Kalzium eingedämmt werden.

Der Tierarzt kümmert sich hierbei um die zugebende Menge. Zudem sollte die Vitamin-D-Synthese der betroffenen Tiere angeregt werden. Hierfür empfiehlt sich eine ausreichende Bestrahlung mit UV-Licht.

Überlange Krallen:

Immer mal wieder kommt es bei Einsteigern vor, dass die Tierchen an überlangen Krallen leiden müssen. Dabei erkennt man diese Bartagamen Krankheit relativ schnell. Meist haben die Drachen keinerlei Lust am Klettern und laufen häufig auf ihren Zehen. Ein gutes Auge hilft hier weiter.

Maßnamen:

Wie bei einem Menschen auch greift man hier zur Nagelschere und kürzt die Krallen einfach. Hierbei ist darauf zu achten, dass man die Blutgefäße nicht verletzt, in dem man zu viel abschneidet. Wer hier unsicher ist, kann dies beim ersten Mal von einem fachkundigen Tierarzt machen lassen.

Weiterhin sollte der Untergrund angepasst werden. Raue Klettermöglichkeiten schaden auch nicht. Sie sorgen dafür, dass sich die Krallen von allein abnutzen und dadurch nicht überlang werden.

Mögliche Ursachen:

Alte Bartagamen sind oft nicht mehr so aktiv und so nutzen sich die Krallen nicht ab. Oft ist der Untergrund auch einfach zu weich.

Verbrennungen:

Hautverletzungen sind bei den Drachen nicht so selten, wie man meinen könnte. Wenn es sich um keine Bissverletzung handelt, hat sich das Tier aufgrund eines falsch installierten Strahlers oder Heizsystem die Haut verbrannt. Sehr häufig treten solche Verbrennungen im Bereich des Rückens oder Bauch auf.

Behandlung:

Ist die Verbrennung bei der Bartagame nur als leicht zu bezeichnen, kann diese mit Wundsalbe behandelt werden. Sehr gut klappt das mit Lebertransalbe.

Nur bei schweren Verbrennungen sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Um den Transport angenehmer zu gestalten und als erste Maßnahme bei schweren Verletzungen empfiehlt sich das Verbinden der Stellen mit feuchten und sterilen Binden.

Vergiftungen:

Diverse Symptome können auf eine Vergiftung hindeuten. Das können wenig eindeutige Dinge wie Erbrechen oder Durchfall sein. Auch Krämpfe, Atembeschwerden oder Lähmungen treten bei Vergiftungen oft auf. Manch eine Bartagame leidet durch das Gift an Koordinationsschwierigkeiten.

Maßnahmen:

Leider kann man hier selbst nur relativ wenig machen. Aufgrund dessen sollte man sich an den Tierarzt des Vertrauens wenden. Dieser wird weitere Schritte ergreifen.

Ursachen:

Oft werden aus Unwissenheit giftige Pflanzen verfüttert oder gar als Bewuchs im Terrarium eingesetzt. Manchmal ist die Nahrung auch nur mit Pestiziden oder Chemikalien belastet.

Verstopfung:

Jeder kann sich etwas unter Verstopfung vorstellen und viele wissen, wie unangenehm die Beschwerden werden können. Schließlich verursacht das Nichtabsetzen von Kot auch bei Bartagamen größte Schmerzen.

Behandlung:

Als kleiner und sehr wirkungsvoller Trick hat sich das Baden des Sauriers in handwarmen Wasser erwiesen. Relativ oft löst sich der Kot dann kurze Zeit später. Wenn diese Methode nicht funktioniert, sollte man nicht lange zögern und einen Tierarzt aufsuchen.

Mögliche Ursachen:

Verstopfung kann viele Gründe haben. Neben Stress sind häufig Wassermangel und verschluckte Fremdkörper Schuld. Aber auch ein Darmverschluss, der Befall von Parasiten und Bewegungsmangel können schuld an einer Verstopfung bei Bartagamen sein.

Was sollte man noch wissen?

FAQ

Das Thema Krankheiten bei Bartagamen beschäftigt unsere Leser ungemein. Daher erhalten wir regelmäßig Fragen per Mail. Damit auch du noch mehr Informationen über Bartagamen Krankheiten erhältst, haben wir hier noch ein kleines FAQ erstellt:

Wie kann man Krankheiten bei Bartagamen verhindern?

Laut diversen Studien gehen bis zu 90 % alle Krankheiten bei Bartagamen auf Haltungsfehler zurück. Diese gilt es also auf alle Fälle zu vermeiden. Gerade als Einsteiger sollte man sich daher gründlich in die Haltung einlesen.

Vermeiden sollte man eine Überfütterung, ein zu kleines Gehege sowie zu wenig Sonnenplätze. Ebenfalls sollte man einen Blick auf die Gruppenkonstellation werfen. Häufig gibt es zu wenig Verstecke für alle Tiere oder die Winter-Ruhezeit wird nicht beachtet.

Können Bartagamen Krankheiten übertragen?

Ja. Ähnlich wie bei Schildkröten oder Farbratten können die Drachen gefährliche Krankheiten wie etwa Salmonellen, Bandwürmer oder Kuhpocken übertragen. Bei kleinen Kindern im Haus wird daher häufig empfohlen auf die Haltung Bartagamen und Reptilien im Allgemeinen zu verzichten.

Was tun bei Missbildungen?

Leichte Behinderungen, die zu keinerlei Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, kann man ignorieren. Ansonsten ist eine Euthanasie unumgänglich. Aufgrund von Vergiftungen, Inzucht, Vitaminmangel, Unterernährung oder falsch durchgeführter Inkubation kommt es häufig zu Missbildungen bei Bartagamen.