Die Westliche Bartagame wird von Fachleuten häufig auch als Kleinbärtige Agame bezeichnet. Ihre wissenschaftliche Bezeichnung Pogona Minor verrät uns schon viel über ihre Größe. Heißt doch der lateinische Begriff „Minor“ übersetzt nichts Geringeres als „kleiner“.

Es handelt sich hier also um eine eher klein gewachsene Bartagame, die daher auch als Zwergbartagame benannt wird. Allerdings wird dies in der Praxis nur selten so gemacht. Dort wird lediglich die Pogona Henrylawsoni so bezeichnet.

Westliche Bartagame Steckbrief:

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Zu Beginn dieses Artikels haben wir eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Fakten zu dieser Bartagamenart erstellt. So kann man sich im Nu einen Überblick über die wichtigsten Daten verschaffen:

Trivialname:Kleinbärtige Agame
Lebensraum:West- und Zentral-Australien
Größe:Körperlänge von 15 cm bei einer Schwanzlänge von ca. 23 cm
Lebenserwartung:Ca. 10 bis 15 Jahre im Terrarium. In freier Wildbahn bis zu 20 Jahre.
Lebensweise:Bodenbewohnend inkl. niedrige Vegetation, tagaktiv & klettert bis zu 2 m hoch
Geeignet für:Anfänger & Profis

Merkmale & Aussehen:

Die Westliche Bartagame erreicht eine Gesamtlänge von ca. 38 cm. Dabei setzt sich diese aus einer Körperlänge von 15 cm bei einer Schwanzlänge von 23 cm zusammen. Das Äußere dieser Bartagame ähnelt sehr stark der Pogona Barbata.

Allerdings gibt es auch ein paar Unterschiede. So verfügt die Pogona Minor über keinen Bart, sondern lediglich über ein paar kleine Stachelschuppen in der Kehlregion. Aufstellen lassen sich diese aber nicht.

Die Ohröffnungen sind dreieckig und der Körper ist dorsoventral abgeflacht. Meist ist die Färbung grau-braun mit mehreren hellen Flecken. Dabei ist die Kehle dunkelgrau bis schwarz eingefärbt und die Unterseite des Körpers ist eher weißlich-grau.

Oft weist die Westliche Bartagame eine rautenähnliche Zeichnung auf. Weiterhin befinden sich im Schuppenkleid größere, gekielte Schuppen. Der Schwanz dieser Art ist gebändert. Zudem weisen die Tiere oberhalb der Schulter einen dunklen Fleck auf.

Auf den Seiten lässt sich eine regelmäßige Stachelschuppenreihe erkennen. Die Farbe der Mundschleimhaut variiert bei den Exemplaren. So verfügen die Tiere in der freien Natur über eine leuchtend gelbe Mundschleimhaut. Nachzuchten hingegen besitzen eine rosa Mundschleimhaut.

Gut zu wissen:
Bei der Westlichen Bartagame gibt es regionale Unterschiede. So besitzen die Tiere um Mullewa und Gerealton relativ lange Schnauzen und Schwänze. Zudem sind die Männchen dort an den Kopfseiten gelblich eingefärbt.

In der Umgebung von Norseman sind die Tiere kompakter gebaut und besitzen breitere Köpfe. Außerdem ist die Kopfbestachelung stärker ausgeprägt. Die regionalen Unterschiede sind faszinierende Entwicklungen der Natur.

Verbreitung:

Der Name verrät uns schon, wo sich diese Bartagame in Australien heimisch fühlt. Sie bevölkert dort fast den kompletten Südwesten des Landes und ist dort auch weitverbreitet. Allerdings reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Norden.

Sogar die Inseln Barrow, Salutation und Dirk Hartog werden von der Westlichen Bartagame bewohnt. Sie liebt die warmen, offenen Landschaften. In der Nähe von Küsten bevorzugt die Art Dünenlandschaften. Im Landesinneren hingegen trifft man sie in Steppen, Savannen und Busch- und Trockenwäldern an.

Gut zu wissen:
Aber auch in Eukalyptuspflanzen am Straßenrand sieht man von Zeit zu Zeit mal ein Exemplar. Wer ein gutes Auge besitzt, sieht sie auch im Geäst sitzen. Erst bei großer Gefahr lässt sie sich fallen und sucht das Weite. Auf der Insel Barrow findet man sie häufig im Triodia-Büschelgras.

Lebensweise:

Die Westliche Bartagame ernährt sich über wiegend von Grillen, Grashüpfern, Käfern, Termiten, Insektenlarven und Pflanzenmaterial. Wie man dem Speiseplan bereits entnehmen kann, handelt es sich hier um eine bodenbewohnende Art.

Allerdings findet man die Westliche Bartagame nicht nur dort. So klettert sie auch gerne bis zu Meter hoch. Niedrige Vegetation liebt sie also auch. Zudem ist auch diese Bartagamenart als tagaktiv zu bezeichnen.

Fortpflanzung:

Sobald die Weibchen eine Körpergröße von 9 cm erreichen, sind sie bereits geschlechtsreif. In der freien Natur kann man trächtige Weibchen von Juli bis etwa Dezember beobachten. Die Westliche Bartagame legt dabei im nördlichen Teil Australiens bereits im Juli, August oder September ihre Eier ab.

Im Süden hingegen werden die ersten Eier im Oktober, November oder gar im Dezember abgelegt. Dabei enthält das durchschnittliche Gelege etwa 8 Eier, wobei sich je nach Tier zwischen 2 und 19 Eier in der Grube befinden. Während einer Paarungssaison werden meist 2 bis 4 Gelege produziert.

Gut zu wissen:
Die Eier der Westlichen Bartagame werden rund 2 bis 2,5 cm lang. Dabei erreichen sie eine Breite von 1,2 bis 1,4 cm und wiegen etwa 1,86 Gramm. Das Bartagamen-Weibchen vergräbt die Eier dann in einer etwa 25 cm tiefen Erdhöhle., die wieder verschlossen wird.

Haltung:

Über die Haltung der Westlichen Bartagame gibt es so gut wie gar keine Informationen. Nur ganz selten wird diese Art überhaupt in einem Terrarium gehalten. Allerdings gibt es inzwischen Nachzuchten und ein paar wenige Züchter in Europa.

Möchte man ein ähnliches Tier im heimischen Terrarium bestaunen, kann man sich näher mit der Pogona Henrylawsoni auseinandersetzen. Die Rede ist natürlich von der hierzulande bekannten Zwergbartagame. Weder sind die Tiere so teuer, noch so schwierig zu bekommen.