Der Lebensraum von Bartagamen unter die Lupe genommen!

Bartagamen Lebensraum

Bartagamen stammen aus dem fernen Australien. Dort findet man sie in nahezu allen trockenen, felsigen Halbwüsten, Baumsteppen als auch Trockenwäldern. Lediglich in den feuchten Regionen dieses Kontinents sind sie nicht beheimatet.

Alle 8 bekannten Bartagamen-Arten sind bodenbewohnend. Allerdings können sie sehr wohl klettern und nutzen diese Fähigkeit, um auf Baumstämme oder Pfähle zu klettern. Einerseits da sich dort sonnen können, andererseits um ihr Revier überblicken zu können.

Haben sie sich erfolgreich gesonnt, steigt ihre Körpertemperatur so weit an, dass sie aktiver werden und sich schließlich auf Futter- und Wassersuche begeben. Zudem halten sie bei ihren Streifzügen auch Ausschau nach einem Paarungspartner und verteidigen ihr Revier, sobald dies nötig wird.

Bartagamen als Beobachter erspähen:

Leider gelingt es nur selten die Bartagamen in ihrem natürlichen Lebensraum in Australien zu bewundern. Zu gut ausgeprägt ist ihr Sehvermögen und Fluchtreflex. Wenn man sie als ungeübter Bobachter zu Gesicht bekommt, dann nicht in der Nähe von Sträuchern, sondern eher auf Straßen.

Warum? Weil sie sich dort sonnen können und der Asphalt sich so stark aufheizt, dass sie sich schnell aufwärmen können. Allerdings wird ihnen dies oft zum Verhängnis. So überfahren Autofahrer jedes Jahr mehrere der kleinen Drachen. Ihnen ergeht es also ähnlich wie bei uns den Igeln. Leider bleiben sie ruhig sitzen und flüchten nicht bei einem ankommenden Auto.

Will man sie in ihrem natürlichen Lebensraum bewundern, sollte man wirklich gründlich suchen. So sitzen die Bartagamen oft gut getarnt im Buschwerk. Auch in der Nähe von Bäumen findet man sie oft. Schließlich verstecken sie auch dort gerne. Da sie über eine echte Tarnfärbung verfügen und sich auch die Stacheln gut ins Bild einfügen, entdeckt man die Tiere nur mit einem geschulten Auge.

Möchte man sie beobachten, sollte man sich ihnen langsam nähern. Ansonsten verschwinden sie in Rekordzeit ins Nahe gelegene Gestrüpp oder hohe Gras. Sehr oft entfernen sie sich lediglich aus dem Blickfeld des potenziellen Angreifers. Sie wechseln dann zum Beispiel auf eine andere Seite eines Mastes. Meist reicht dies auch aufgrund ihrer unauffälligen Färbung.

Lebensweise in Australien:

Die kleinen Eidechsen sind echte Einzelgänger. Allerdings liegen die Reviere dicht aneinander. Grundsätzlich gilt hier, dass jedes Männchen sein eigenes Territorium hat. Meist umfasst dieses mehrere Quadratmeter. Ganz in der Nähe der Männer halten sich auch die Weibchen auf. Ihr Ziel ist es, von den männlichen Artgenossen besamt zu werden. Zumindest gilt dies während der normalen Paarungszeit.

Wie anfangs schon erwähnt sitzen die männlichen Bartagamen gerne etwas erhöht. So findet man sie nicht nur auf Pfählen, sondern auch auf großen Steinen, Baumstümpfen oder Termitenhügeln. Einerseits können sie so ihr Territorium überwachen, andererseits tun sie das auch wegen ihres Imponiergehabes. Zudem nicken sie häufig beim Sitzen auf ihren Aussichtsplätzen.

Aber nicht nur dort halten sie sich auf. So erstreckt der Lebensraum von Bartagamen auch auf eher dicht besiedelte oder landwirtschaftlich genutzte Flächen. So findet man sie häufig auf Telefonmasten und Zaunpfählen von Weideanlagen.

Ihr Verhalten genauer gesagt ihre Aktivitäten werden dabei vom Zyklus der Jahreszeiten beeinflusst. Dabei orientiert sich ihr Rhythmus am Regen, der Dauer des Sonnenscheins sowie den verschiedenen Temperaturen der Jahreszeiten. Sogar eine echte Winterruhe legen die Eidechsen ein.

Um sich fortpflanzen zu können, legen Bartagamen Eier in ihrem Lebensraum ab. Dies können zwischen 5 und 35 Eier je nach Bartagamen-Art werden. Dabei füllen sie in einer Paarungssaison mehrere Gelege mit Eiern, die schließlich von den Weibchen vergraben werden.

Nach rund 63 bis 96 Tagen schlüpfen dann die Jungtiere. Dabei hängt die Inkubationszeit von der vorherrschenden Temperatur ab. Eine Brutpflege führen Bartagamen allerdings nicht durch. Zum Ende der Inkubationszeit graben sie noch nicht mal ihren Nachwuchs aus, um ihnen das Schlüpfen zu vereinfachen.

Das Terrarium als Lebensraum:

Bartagamen vermehren sich sehr schnell, daher wurden sie 1994 von den Bestimmungen des deutschen Artenschutzabkommens ausgeschlossen. Aufgrund dessen kann man sie seitdem ohne behördliche Genehmigung in Deutschland halten oder züchten.

Zu beachten ist hierbei, dass alle in Deutschland gehaltenen Bartagamen Nachzuchten sind. Echte Wildfänge aus Australien findet man so gut wie gar nicht im Handel. Dies ist auch gut so, da Bartagamen in Australien noch immer selten, aber nicht vom Aussterben bedroht sind. Zudem ist die Ausfuhr verboten genauer gesagt bedarf einer streng regulierten Genehmigung.

Das Terrarium als Lebensraum im heimischen Wohnzimmer hat sich in den letzten Jahren in Deutschland zu einem echten Trend entwickelt. Immer mehr Leute beginnen mit der Haltung der kleinen Drachen. Daher erstreckt sich deren Lebensraum nicht mehr nur auf Australien, sondern auch auf Terrarien in zig verschiedenen Ländern.