Häutung bei Bartagamen: Ablauf, wichtige Einrichtungsgegenstände & Erste Hilfe

Häutung bei Bartagamen

Von Zeit zu Zeit muss eine Bartagame ihre kräftige, schuppige Haut abstoßen. Dieser Vorgang wird im Fachjargon als Häutung bezeichnet. Gerade Jungtiere müssen aufgrund ihres raschen Wachstums all 4 bis 5 Wochen diesen Prozess durchlaufen.

Ab und an kann es hierbei auch zu Problemen kommen, die der Halter beseitigen muss. Wie dies geht und was man alles über die Häutung bei Bartagamen wissen muss, verraten wir dir in diesem umfangreichen Ratgeber.

Wann es zur Häutung kommt:

Wann die kleinen Echsen ihre Haut abstoßen wird von vielen unterschiedlichen Dingen beeinflusst. Meist handelt es sich um ein Zusammenspiel dieser Faktoren:

  • Hormone
  • Wachstum
  • Alter
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Gesundheit

Wann und wie oft sich eine adulte Bartagame häutet, kann man nie genau sagen. Meist kommt es alle paar Monate zum Abstoßen der Haut. Mit Sicherheit kann man nur sagen, dass Jungtiere sich etwa 2 bis 3 Wochen nach dem Schlüpfen häuten.

Danach kommt es etwa alle 4 bis 6 Wochen zu einem weiteren Abstoßen der Hautschicht, bis die Tiere ausgewachsen sind und sich nur noch alle paar Monate häuten. Eine adulte Bartagame führt diesen Prozess etwa 3 bis 4 mal im Jahr durch. Senioren hingegen oft nur zweimal.

Woran man die anstehende Häutung erkennt:

Bevor es zum Abstreifen der Haut kommt, wird diese trüb und glanzlos. Schuld daran ist die Spaltbildung in der Schicht intermediärer Hautzellen. Genauer gesagt handelt es sich um die Zellen der Zwischen- oder Häutungszellschicht. Aufgrund einer Verschleimung dieser Zellen ist es möglich, dass sich die alte von der neuen Hornschicht trennt.

Zu einem ersten Aufreißen der Haut kommt es meist am Kopf oder auch entlang der oberen Körpermittellinie. Vom Prinzip her schaut das Ganze hierbei dann aus, wie eine geplatzte Wiener. Das hat auch seinen Grund.

Bartagamen entledigen sich ihrer Haut nämlich nicht im Ganzen. Viel mehr geht sie in mehreren Resten ab. Bis wirklich alles verschwunden ist, können bis zu 2 Wochen vergehen. In der Regel ist der Spuk aber meist innerhalb weniger Tage vorbei.

Ein paar Kniffe für den reibungslosen Ablauf:

Wurden die Bartagamen in der Vergangenheit ausreichend mit Vitaminen und Mineralien versorgt, sollte es zu keinerlei Komplikationen bei der Häutung kommen. Passt zudem auch noch die Luftfeuchtigkeit im Terrarium oder wurde sie während der Häutungsphase noch etwas angehoben, kann im Prinzip nichts schiefgehen.

Gute Erfahrungen haben wir am Tag mit 30 – 40 % und nachts mit einer Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 % gemacht. Kommt man nicht auf diese Werte, kann man auch mithilfe von Wasser nachhelfen. Dieses wird einfach mittels Sprühflasche im Terrarium verteilt.

Wer die Bartagamen bei der Häutung bestmöglich unterstützen möchte, kann noch eine Bademöglichkeit im Terrarium installieren. Ebenfalls kann man nie genug raue Gegenstände haben, an denen sich die Drachen kratzen können. Dadurch gelingt es ihnen im Handumdrehen überschüssige Haut loszuwerden. Empfehlenswert sind hierbei Rinde oder Steine.

Erste Hilfe bei Komplikationen:
Sollte die Hätung einmal nicht funktionieren, kann man die Bartagamen in lauwarmen Wasser baden. Dies weicht die Hautreste auf und so lassen sie sich leichter von sensiblen Stellen wie den Zehen oder Schwanzspitze entfernen.

Man sollte seine Bartagamen bei der Häutung immer genauestens beobachten. Es kann nämlich dazukommen, dass Häutungsreste zu einer Einschränkung der Blutzirkulation führen. Dies wiederum sorgt schnell für ein Absterben des Gewebes. Gerade Schwanzspitzen und Zehen sind hierfür anfällig.

Hilft baden alleine nicht, kann man noch auf Vaseline zurückgreifen, um hartnäckige Reste zu entfernen. Auch ein fachkundiger Tierarzt kann einem hierbei behilflich sein. Schließlich sollte man abgestorbenes Gewebe, die sogenannte Nekrose, immer vermeiden.

Häufige Ursachen für Häutungsprobleme:

Wenn es öfter zu Schwierigkeiten bei der Häutung kommt, kann dies an verschiedenen Dingen liegen. Häufig sind Stress und falsche Temperaturen schuld an der Misere. Auch zu wenig Vitamine und Mineralien in der Nahrung können zu diesem Problem führen. In seltenen Fällen ist auch die UV-Versorgung mangelhaft und die Tiere produzieren nicht genügend Vitamin D3.

Wenn keine dieser Möglichkeiten infrage kommt, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Oft sind innere Krankheiten der Verursacher. Und zu guter Letzt sei noch eines gesagt: Bartagamen gehören nicht zu den Reptilien, die alten Hautreste auffressen. Daher muss diese bei der täglichen Reinigung gesucht und aus dem Terrarium entfernt werden.